Vortrag im Rahmen der Reihe ›Vorträge zur politischen Ästhetik‹

Mo, 28.11.2011
19.00 Uhr
Centre Culturel de Rencontre Abbaye de Neumünster/Kultur- und Begegnungszentrum Abtei Neumünster
Raum/Salle A11

Prof. Dr. Astrid Deuber-Mankowsky (Ruhr-Universität Bochum): Masse und Volk: zeitgenössische Begriffsverschiebungen am Beispiel von »Dogville« (2003) und »The Wire« (2002-2008)


Das frühe Kino sei Massenkunst gewesen und in ihm das Volk allgegenwärtig, schreibt Deleuze in seinen Kinobüchern. Im modernen Film fehle dagegen die Masse ebenso wie das Volk. Jedoch hat Lars von Trier mit Dogville einen Film gedreht, der die Kritik an der US-amerikanischen Außenpolitik mit der Frage nach dem Verhältnis von Volk und Gewalt und Kino verbindet. Fast gleichzeitig produzierte David Simon die Fernsehserie The Wire: Ein breit angelegtes Epos über die Gewalt auf den Straßen von Baltimore, das mikroanalytisch die Beziehungen von Polizei, Kriminalität, politischem Establishment und Öffentlichkeit analysiert. Beide Experimente sollen vor dem Hintergrund von Deleuzes Ausführungen zum Verhältnis von Masse, Volk, Kino und Gewalt und der These diskutiert werden, dass das „nicht mehr, bzw. noch nicht existierende Volk“ den modernen politischen Film definiere.


Vortrag von Prof. Dr. Astrid Deuber-Mankowsky

Astrid Deuber-Mankowsky (Bochum): »Masse und Volk« from Martin Doll on Vimeo.