Am 18. u. 19. Juni 2015 an der Universität Köln

Konferenz an der Universität Köln (in Kooperation zwischen Morphomata / Köln, „Ästhetische Figurationen des Politischen“ / Universität Luxemburg, und dem Canada Research Chair in German and European Studies / Université du Montréal), 18.–19. Juni 2015

Organisation: Oliver Kohns (Luxemburg), Martin Roussel (Morphomata/Köln), und Till van Rahden (Montréal)

Nach 1945 tritt die Reflexion über Autorität an die Stelle einer Diskussion von »Autoritäten« wie etwa der des Herrschers. Fragwürdig erscheint daher die Konstruktion einer Tradition im Ausgang von einem vermeintlichen Schlüsselbegriff auctoritas in der römischen Republik. Seit der Französischen Revolution und der Herausbildung eines konservativen Lagers im bürgerlichen 19. Jahrhundert wird über Autorität im Sinne eines beklagenswerten Verlustes (an Vertrauen, Sicherheit, Orientierung usw.) gesprochen. Umso nahe liegender erscheint es zunächst, die Rede über Autorität nach 1945 auf eine allgemein diagnostische Krisensymptomatik zu beziehen.
Die Ausgangsthese der Tagung ist vor diesem Hintergrund, dass dem Streit über die Frage der Autorität in der Neubegründung demokratischen Denkens nach 1945 eine besondere Bedeutung zukommt. Die Rede von der Autorität ist als eine reaktionäre Melancholie nach einer verlorenen Hierarchie unzureichend verstanden. Vielmehr bildete sie eine »Orientierungskrisenreaktion« (Kertscher), die nach einer politischen und sozialen Ordnung und Legitimität in demokratischer Zeit fragt.

Programm

Donnerstag, 18. Juni 2015

09.00–09.30 Eröffnung

Oliver Kohns (Luxenburg), Martin Roussel (Köln), Till van Rahden (Montréal)
09.30–11.00 Panel 1: Paradoxien von Autorität?

Grit Straßenberger (Politikwissenschaft, Berlin) und Andreas Michel (Germanistik, Terre Haute/Indiana)
11.00–11.30 Pause
11.30–13.00 Panel 2: Was ist Autorität?

Milena Massalongo (Germanistik, Padua) und Sophie Uitz (Philosophie, Wien)
13.00–14.30 Pause
14.30–16.00 Panel 3: Historiographische Perspektiven auf Autorität: Paradigmenwechsel oder Kontinuität?

Johannes Platz (Geschichte, Köln/Bonn) und Antje Schnoor (Regionalwissenschaften Lateinamerika, Münster)
16.30–18.00 Panel 4: Zur Aktualität hermeneutischer Autorität

Torsten Hahn (Germanistik, Köln) und Claudia Nitschke (Germanistik, Durham)

Freitag, 19. Juni 2015

09.30–11.00 Panel 5: Antike Dispositionen und der moderne Rückgriff auf »auctoritas«

Dietrich Boschung (Klassische Archäologie, Köln) und Karl-Joachim Hölkeskamp (Alte Geschichte, Köln)
11.00–11.30 Pause
11.30–13.00 Panel 6: Theoretische Fluchtlinien

Elmar Locher (Germanistik, Verona) und Manuel Clemens (Germanistik, Lüneburg)
13.00–14.30 Pause
14.30–16.00 Panel 7: Auf der Suche nach demokratischer Autorität?

Andrea Günter (Katholische Theologie, Freiburg) und Till van Rahden (Geschichte, Montréal)
16.30–18.00 Panel 8: Zur (Massen-)Psychologie der Autorität

Michiel Rys (Germanistik, Leuven) und Insa Härtel (Psychoanalyse, Berlin)
18.00 Abschlussdiskussion

Diskutanten

Jens Hacke (Hamburg), Nicole Karczmarzyk, Johanna Gelberg (Luxemburg), Arne de Winde (Leuven), Natalie Scholz (Amsterdam), Gisela Trommsdorff (Konstanz)

Hier finden Sie das Programm zum Download